Löwenzahn – 4 Verwendungsmöglichkeiten

Es ist April und seit ein paar Tagen blüht der erste Löwenzahn. Sehr zur Freude der Bienen und anderen Insekten. Für sie ist er zusammen mit anderen Frühblühern wie Krokus und Narzisse eine wichtige Nahrungsquelle. (Wikipedia)

löwenzahn
Löwenzahn wächst überall

Was viele nicht wissen ist, dass alle Teile essbar sind. Von der Blüte bis zur Wurzel. Ich habe für euch mehrere Rezepte zusammengetragen.

Löwenzahnsirup

Dieser Honigersatz lässt sich mit nur wenigen Zutaten herstellen, benötigt aber etwas Zeit.

  • 100 g Löwenzahnblüten (ca. 100 Stück)
  • 1 Liter Wasser
  • 1/2 unbehandelte Zitrone
  • 1 kg Zucker
  • 3 – 4 sterilisierte Gläser

Der Löwenzahn wird am besten Vormittags gepflückt, da enthält er die meisten Pollen und den intensivsten Geschmack. Es ist ratsam Einweghandschuhe zu tragen, damit man sich die Finger nicht schmutzig macht. An den Blüten darf kein Stück des Stängels mehr dran sein, da er bitter schmeckt. Die grünen Blätter sind im besten Falle ebenfalls zu entfernen. Die Blüten nicht waschen, da sonst die Pollen fortgespült würden.

Die Blüten in einen Topf geben und 1 Liter kaltes Wasser hinzufügen. Das Ganze etwa 2 Stunden ziehen lassen. Danach erhitzen und kurz aufkochen lassen. Die Masse im Topf langsam abkühlen lassen. Die Löwenzahnblüten herausfiltern.

Den Saft und die abgeriebene Schale der halben Zitrone in die goldgelbe Flüssigkeit geben. Den Zucker hinzufügen, erhitzen und aufkochen lassen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Danach die Hitze reduzieren und solange unter gelegentlichem Rühren ohne Deckel simmern lassen, bis die Flüssigkeit zäh wird.

Ob der Sirup die richtige Konsistenz hat lässt sich leicht feststellen indem ein Löffel entnommen und abgekühlt wird. Ist er zähflüssig wie Waldhonig ist er fertig. Sollte er zu dick sein, kann der Sirup mit etwas Wasser verdünnt werden.

Nun den Sirup in sterilisierte Gläser abfüllen und kühl und dunkel lagern. Angebrochene Gläser im Kühlschrank aufbewahren.

Alternativ kann man den Löwenzahnauszug auch dazu verwenden um Gelee herzustellen, oder in Kombination mit Fruchtpüree zu Konfitüre zu verarbeiten.

Bis zur Verwendung friere ich den Auszug in sterilisierten Gläsern ein. Dabei ist darauf zu achten die Gläser nicht zu voll zu machen. Maximal bis 3 cm unter den Rand, damit das Glas beim einfrieren nicht zerbricht.

Löwenzahnsirup
Löwenzahnsirup

Wildkräutersalat

Um Wildkräutersalat machen zu können, musst du dich ein wenig mit der heimischen Flora auskennen. Sollte dies nicht der Fall sein, kannst du dich auf Löwenzahn beschränken und als Zusatz zu normalem Eisbergsalat oder Kopfsalat verwenden. Bitte darauf achten nur junge Blätter zu pflücken, da die älteren bereits sehr bitter schmecken.

  • Löwenzahnblätter
  • Spitzwegerichblätter
  • Rucola (Knoblauchsrauke)
  • Sauerampfer
  • Gänseblümchen (Blütenköpfe, Stängel, Blätter)
  • 2 – 3 Löwenzahnblüten
  • Salz, Pfeffer, Essig, Öl, Zucker
  • 2 EL frische Früchte z.B. Johannisbeeren, Himbeeren, Brombeeren oder Erdbeeren

Die Blätter spülen und in Mundgerechte Stücke rupfen. Gänseblümchenköpfe im Ganzen und die Stiele kleingeschnitten hinzufügen. Die Früchte mit einer Gabel quetschen oder klein schneiden. Zusammen mit Essig, Öl, Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker zum Salat geben und abschmecken. Die gelben Blätter der Löwenzahnblüten rupfen und über den Salat streuen.

Angebratene Löwenzahnstiele

Dieses Rezept bietet sich an wenn du den Sirup machst. Denn dann hast du ohnehin um die einhundert Stiele.

  • Eine Schüssel voll Stiele
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer, Basilikum
  • 10 Kirschtomaten
  • 500 g Spaghetti

Die Spaghetti nach Packungsanweisung bissfest garen.

In der Zwischenzeit die Stiele in kurze Stücke schneiden und den Knoblauch häuten und klein würfeln.
Das Öl in einer Pfanne erhitzen, die kurz Stiele andünsten, Knoblauch und Gewürze hinzufügen. Mitdünsten bis die Stiele weich sind.

Die Kirschtomaten waschen und halbieren.

Spaghetti mit einem Esslöffel Öl vermischen, die Stiele und die Tomaten untermischen.

Löwenzahntee

Alle Teile dieser Pflanze enthalten Bitterstoffe (z.B. Chinolin). Bitterstoffe wirken sich positiv auf den Körper aus. Unter anderem wird die Darmtätigkeit angeregt. Bei regelmäßigem Konsum von Bitterstoffen und gleichzeitiger Reduzierung von Zucker kann die Lust auf Süßes langfristig nachlassen. Weitere Infos zum Thema Bitterstoffe findest du bei der AOK.

Der Tee wird aus den Blättern und den Wurzeln der Pflanze hergestellt. Dazu werden im Frühling oder Herbst die Wurzeln ausgegraben und mit einer Gemüsebürste gesäubert.

Danach in kleine Stücke geschnitten und im Dörrautomat, dem Ofen bei 40°C oder an einem warmen Ort getrocknet. Die trockenen Wurzelstücke mit einem Mörser grob zerkleinern.

Zubereitung

  • 2 TL frisch gepflückte und gehackte Blätter
  • 1 TL getrocknete Wurzeln

Die Mischung mit siedendem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Bei Bedarf etwas süßen.

Einen sehr ausführlichen Beitrag zum Thema Löwenzahntee findest du bei Mein schöner Garten.

Viele weitere tolle Anwendungsmöglichkeiten für diese außergewöhnliche, zu unrecht als Unkraut verschriene Pflanze findest du hier.

Weitere Rezepte findest du hier.

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