Nachhaltige Zahnpflege und Mundhygiene / Teil 1

Das Thema Zahnpflege und Mundhygiene ist vielschichtig und man kann hier wirklich viel tun um Plastikmüll und Mikroplastik zu reduzieren. In Teil 1 widmen wir uns Mikroplastikfreier Zahncreme, selbstgemachtem Mundwasser und Ölziehen.

DIY Zahnpasta

Fangen wir mit dem Nummer 1 Zahnpflege-Tipp an der hundertfach im Internet herumgeistert.
Selbstgemachte Zahnpasta aus Kokosöl, Xylitol und Natron.

So toll dieser Tipp auch klingen mag mit „Antibakterieller Wirkung des Kokosöl“ und „Blitzblanke Zähne dank Natron“, so schlecht ist er in Wahrheit für die Zähne. Natron macht tatsächlich die Zähne weiß, deshalb gibt es auch den uralten Beautytipp sich vor einem Date die Zähne mit Backpulver zu putzen. Das darin enthaltene Natron schmirgelt die Zähne glatt und greift den Zahnschmelz an. Langfristig gesehen, schadet man den Zähnen also mehr damit, als das man ihnen hilft. Und der “Whitening Effekt” ist nur von kurzer Dauer, da der angegriffene Zahnschmelz sich schneller verfärben kann als gesunde Zähne.

Zahnpasta ohne Mikroplastik

Vor kurzem habe ich bei REWE eine für mich neue Zahncreme-Marke entdeckt. Made in Germany, vegan, ohne Mikroplastik. Friends of Dents GmbH. Im Markt hatten sie nur die Sorte Polar Punch, aber auf der firmeneigenen Homepage kann man jede der sechs Sorten sowie Zahnbürsten aus Bambus bestellen. Wenr als Erwachsener mal wieder Lust auf eine fruchtige Zahnpasta hat (bei den gängigen Marken findet man ja eher wenig Auswahl) ist bei diesem Hersteller gut aufgehoben. Die Zahnpasta ist für Kinder ab sechs Jahren geeignet.

Wer auf die Kunststofftuben verzichten möchte findet eine Alternative bei Ben&Anna. Neben Deo-Sticks in Papiertuben gibt es in ihrem Onlineshop auch Zahncreme und -puder (mit und ohne Fluorid) in Gläsern. Allerdings kann ich hier nichts zum Geschmack sagen.

DIY Mundwasser

Diesen Tipp findet man fast so häufig wie die Rezepte für Zahncreme. Hier haben wir die selbe Problematik wie bei der Zahncreme. Eine Zeit lang habe ich das Mundwasser sporadisch verwendet. Inzwischen bin ich aber wieder auf das ayurvedische Ölziehen umgestiegen.

Um das Mundwasser herzustellen benötigt man abgekochtes und abgekühltes Wasser, einige Tropfen Minzöl oder Olbas*, Xylitol und Natron. Wenn du dennoch Mundwasser selbst herstellen möchtest, rate ich dazu das Natron einfach wegzulassen.

Ölziehen statt Mundwasser

In der ayurvedischen Gesundheitslehre spielt Zahnpflege eine große Rolle. Man geht davon aus, dass ein gesunder Mund die Gesundheit des Körpers positiv beeinflusst.

Beim Ölziehen wird ein Esslöffel Öl in den Mund genommen und dann 10 – 15 Minuten drin behalten. Angefangen mit Kauen und Schlürfen übergehend zu durch die Zähne ziehen sobald es flüssiger wird. Zu guter Letzt das Öl nicht einfach in den Abfluss ausspucken, da es die Rohre auf Dauer verstopfen kann, sondern in etwas Toilettenpapier und dann im Mülleimer entsorgen.

Diese Art der Zahnpflege ist am Anfang etwas Gewöhnungsbedürftig, aber sobald man diese Phase überwunden hat ist es leicht in die tägliche Routine einzubeziehen. Ölziehen sollte aber nicht dauerhaft angewendet werden sondern als 6 – 8 wöchige Kur. Zwischen den Kuren mindestens zwei Wochen pausieren.

Welches Öl zum Ölziehen?

Hier scheiden sich die Geister. Vielleicht ist es einfach eine Geschmacksfrage. Der wohl am meisten verbreitete Tipp im Internet lautet: Kokosöl. Es gibt bereits Studien dazu, dass Kokosöl eine antibakterielle Wirkung hat. Eine Zusammenfassung der Studien findest du bei Kokosöl.info. Daher ist es ausgesprochen gut dafür geeignet. Außerdem sagt der Geschmack vielen Menschen zu und es ist inzwischen in jedem Supermarkt erhältlich.

Andere Quellen nennen Sesamöl (z.B. gesundfit.de). Dieses ist bereits seit Jahrhunderten im indischen und ostasiatischen Raum verbreitet und hat ebenfalls eine antibakterielle Wirkung.

Ebenfalls denkbar sind native, kaltgepresste Bio-Öle wie Oliven-, Raps- oder Sonnenblumenöl. Außerdem gibt es in Drogeriemärkten sogenanntes Ölziehöl, welches eine Mischung aus verschiedenen Pflanzenölen versetzt mit ätherischen Ölen darstellt.

Meine Lieblingschemikerin Mai Thi Nguyen Kim hat in ihrem YouTube Kanal MaiLab ein informatives Video darüber gemacht. Ihr Fazit ist, dass Ölziehen effektiv ist, man aber ebenso normales Mundwasser benutzen kann. Allerdings muss ich an dieser Stelle einwerfen, dass Mundwasser viele Inhaltsstoffe aufweist und Öl nicht.

Dieses Video findest du hier.
Ihren Kanal MaiLab hier.

Demnächst gibt es einen zweiten Beitrag zum Thema Zahnpflege und Mundhygiene. Dieser behandelt Zungenreiniger und Zahnseide.

Mehr Tipps und Tricks zum Thema Nachhaltigkeit im Badezimmer findest du hier.

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